Madrid erwartete das Fahrerfeld mit sommerlich warmen Temperaturen und dem gewohnten Rennkurs im Stadtpark. "Das wird wieder ein heftiger Kampf am Anfang, der Kurs ist sehr eng und schnell - und alle wollen gleichzeitig nach vorne. Das ist die reinste Lotterie, wenn du nicht in der ersten Reihe stehst...", so die einheitliche Aussage vieler Fahrer.
163 rasen auf erste Kurve zu
Der Start von Stefan Sahm stand, aufgrund der Sturzfolgen von Offenburg, noch bis kurz vor der Anreise auf der Kippe. Dann erfolgte doch noch das Okay von Trainern und Ärzten. "Ich bin froh, dass ich fahren kann, auch wenn die Vorzeichen nicht die besten sind. Die Kopflandung hat mir ordentlich zugesetzt, meine gesamter Hals- und Schulterbereich ist verspannt wie Drahtseile - unsere Physiotherapeutin hat alle Hände voll zu tun...", ließ er nach der Ankuft in Spanien verlauten. Schon um 12:30 Uhr ging es dann am Sonntag zur Sache. 163 Fahrer sprinteten mit Vollgas auf die erste enge Kurve im Casa de Campo zu - und nahezu alle deutschen Fahrer wurden nach hinten gespült. So fand Karl sich in der ersten Runde zwischen Position 70 und 80 wieder, Stefan gar auf 103.
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Mit Vollgas durch ein Schlagloch
Bulls-Pilot Platt fand jedoch recht schnell einen guten Rhythmus und gemeinsam mit Thomas Frischknecht (Swisspower) nahm er die Aufholjagd in Angriff. In den nächsten beiden Runden konnte der Osthofener sich bis in die 40er Ränge vorarbeiten, es sah sehr gut aus zu diesem Zeitpunkt. "Dann kam allerdings ein riesen Schlagloch. Im hohen Gras neben der Spur war das kaum zu sehen. Ich habe gerade nach unten geschaut, um die Flasche in den Flaschenhalter zu stecken, bin bissel von der Linie abgekommen und mit nur einer Hand am Lenker und blockierter Gabel Vollgas durch das Loch geballert. Fast hätte es mich richtig vom Rad gehauen. Meine linke Schulter hat's wieder ausgekugelt..." Nach mehreren Versuchen gelang es ihm die Schulter wieder einzurenken und ohne zu zögern nahm Karl das Rennen wieder auf. Das Malheur kostete ihn circa 20 Plätze - aber an Aufgeben war nicht zu denken!
Sahm braucht ein paar Tage ohne Rad
Stefan begann nach der Startphase ebenfalls damit sich wieder vorzuarbeiten. Die Beine waren leider nicht so gut wie gewünscht, dennoch holte er Runde um Runde Fahrer ein. Nach sieben Runden im Casa de Campo konnte er als 69. ins Ziel rollen. "Das ist das dritte Rennen in Folge, bei dem es nicht geht. Es kommt gerade alles zusammen. Erst ein Infekt, den hab ich in Houffalize eventuell verschleppt und kostet mich noch heute Kraft. Dann die Sturzfolgen. Das nagt an der Moral. Ich will keine Ausreden suchen, es geht zur Zeit einfach nicht. Ich denke, ich brauche ein paar Tage ohne Rad, und baue dann neu auf. Im Juni bin ich wieder voll da. Nach Madrid war eh ein Break geplant, allerdings mit besseren Ergebnissen", so ein enttäuschter Stefan Sahm nach dem Rennen.
Platt und Gluth bei der EM in St. Wendel
Karl setzte bis zum Ende des Rennens seine Aufholjagd fort - am Ende erkämpfte er sich den 45. Platz. Am kommenden Wochenende werden Platt und Sahm kein MTB-Rennen bestreiten. Lediglich das ein oder andere kleine Straßenrennen wird zu Trainigszwecken genutzt werden. Nach drei anstrengenden Wochen tut etwas Ruhe allen Beteiligten gut. Für Karl Platt und Martin Gluth stehen dann vom 14. bis zum 18. Mai die XCO-Eutopameisterschaft in St. Wendel auf dem Programm. Stefan Sahm wird diese bewusst auslassen, sich völlig auskurieren, und mit neuer Kraft im Training einen Neuaufbau in Angriff nehmen.