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Stefan Danowski

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MTB-Trophy

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Stefan Danowski
Einmal Hölle und zurück - so erlebte Stefan Danowski seinen Sieg über 225 Km
Stefan Danowski am 23.07.2001 - 12:10 Uhr
Stefan Danowski vom Team Stevens/Jeantex gewann die Salzkammergut-Trophy über 225Km und beschreibt hier, wie er die "Reise zur Hölle und zurück" erlebte.
Treffende Beschreibung:
Dieser Satz entstammt nicht aus meiner Feder, sondern von einem anderen Teilnehmer dieser Veranstaltung, dennoch beschreibt er den Sachverhalt sehr treffend. Während unsere Junioren und U23-Fahrer sich in Freiburg den Feinschliff für die DM von Jens Schwedler aufdrängen ließen, besuchten Thomas Nicke und ich das verregnete Österreich.
Es goss in Strömen:
Schon am Freitag goss es beachtlich, so dass bei den zahlreichen Teilnehmern der Mut förmlich davonschwamm. Vorteilig für mich waren die scheinbar unsichtbaren wolkenverhangenen Berggipfel, die es am nächsten Tag
zu bezwingen galt, da so keine Angst entstand.
Österreicher mit anderen Verhaltensregeln:
Beim Fahrerbriefing wurden dann alle Verhaltensregeln und Schilder nochmals erklärt, an sich selbsterklärend. In Österreich sind die Auslegungen jedoch etwas anders.
Normale Bachdurchfahrt war hier, als ob ich durch die Elbe zur Arbeit schwimme. Schwierige Abfahrt, normalerweise aerodynamische Position, hier allerdings abseilen mit Rad im Wasserfall, so kam es mir zumindest vor.
Renntag begann um 4.00Uhr morgens:
Der Renntag begann für mich bereits um 4.00 Uhr, da bereits um 5.00 Uhr der Start erfolgen sollte. Bei leichtem Nieselregen und Dunkelheit machten sich 160 Fahrer auf die 225km-Runde mit 7000 Hm. Schon nach kurzer Zeit lichtete
sich das Feld und der Himmel öffnete seine letzten Wasserreserven. Es ging somit die ersten 7 Std. im Regen durch die wohl hübsche Landschaft (man konnte ja nichts sehen). Auf der Strecke gab es zwei Sonderwertungen, zum
einen der Sprint in Bad Ischl, zum anderen der Bergpreis am Salzberg.
Nur nicht überziehen:
Von den zwei Verrückten, die gleich am Anfang vorgestrahlt waren, wurde einer kurz vor dem Sprint gestellt. Ich fuhr mein Tempo ohne zu überziehen und setzte mich mit einem Polen auf die Position 2 und 3. Er gab beim Sprint
alles und wurde zweiter, am nächsten Berg gönnte er sich dann aber eine Auszeit. So lag ich nach ca. 85 km auf Platz 2 hinter einem Italiener.
Bergpreis wieder erwarten gewonnen:
Der Regen und die Kälte rieben wohl zu sehr an dem Sonnyboy, da der Vorsprung von 8 min. zerfloss. Kurz vor dem Bergpreis platzte er leider aus dem Windschatten. Ohne Absicht gewann ich deshalb diese Trophäe, bei der
eine 30 % Steigung zu bewältigen war. Nach der anschließenden 45 min. Tragepassage, das war die Hölle, begann auch der Regen aufzuhören, sodass die restlichen Stunden keine Erfrierung mehr drohte.
Thomas Nicke das Maß der Dinge auf dem 115er:
Thomas Nicke, der die 115km (Schwächling) in Angriff nahm, feuerte mich unterwegs an, als er vorbeigeschossen kam. Er war diesmal einfach das Maß der Dinge, denn er pulverisierte den Streckenrekord und fuhr knapp unter 5
Std. durchs Ziel. Das war so schnell, dass der Zieleinlauf von ihm gar nicht wahrgenommen wurde. Als dann mir die Betreuer mitteilten, dass ich einen 6min. Vorsprung habe und Thomas gewonnen hatte, fing ich auch langsam an, mich mit dem Sieg zu beschäftigen.
Auf Beifallswelle ins Ziel:
Nervige Sache, denn die Leute der 115km-Runde überholten natürlich zahlreich, und bei jedem Fahrer befürchtete ich, dass es ein Verfolger sein könne. Da die 10
Powerbar
, die ich die vorherigen 11 Std. gegessen hatte, so langsam ihre Wirkung verloren, ging das Fahrtempo in Schrittgeschwindigkeit über. Nachdem der letzte Pickel eliminiert wurde, stieg die Moral und der Siegeswille. Die begeisterten Zuschauer taten das Übrige und begleiteten
mich auf einer Beifallswelle ins Ziel.
Der Außenseiter aus Deutschland:
Da stand ich nun, der Außenseiter aus Deutschland, der dem einheimischen Idol W. Fasching (Race across Amerika Sieger) 10.42 Min. abgenommen hat, freudestrahlend und überglücklich, denn ich bin Sieger bei der Salzkammergut
Mountainbike Trophy 2001, dem härtesten MTB-Rennen der Welt.
Lokalpatrioten:
Nachdem ich der Fernseh-, Rundfunk- und Zeitungsreportern erst mal ein paar Takte erzählt hatte, ging der Stress erst richtig los. Beim Duschen zog mich das ORF aus der Kabine, das Essen bei den Sponsoren gab es 2 Std. später und bei der Siegerehrung drehte sich fast alles um W. Fasching. Der
Lokalpatriotismus wird wohl in Österreich noch sehr groß geschrieben, denn die Zeitungsberichte am Sonntag ließen meinen Namen auch nur in Schriftgröße 6 erscheinen.
Größter Sieg:
Es war für mich dennoch der größte Sieg. Fahrer aus 19 Nationen, 12 Stdunden im Sattel und die Begeisterung der Zuschauer bescheren mir noch jetzt Gänsehaut. Das witzigste war allerdings beim Frühstück zu sitzen und in den
Radionachrichten in den Sportmeldungen den eigenen Namen zu hören. Das macht ein schon ein bisschen stolz.
Genug der Tränen, denn nächste Woche wollen wir zwei DM-Titel.
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