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Fumic-Brüder

Lado Fumic

Manuel Fumic

Fumics gehen in Revision

bike2b-Redaktion am 29.04.2008 - 10:06 Uhr

Manuel und Lado Fumic haben gegen die Urteile des Bundessportgerichts (1. Verstoß Öffentliche Verwarnung, Zweiter Verstoß dreimonatige Sperre) fristgerecht beim Bundesrechtsausschuss des BDR Revision eingelegt. Bis zur endgültigen Urteilsfindung sind Beide weiterhin startberechtigt.

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Stellungnahme der Fumic-Brüder:
Seit dem 14.04.2008, 0:00 Uhr, besteht eine so im Beschluss des Bundessportgerichtes des BDR e.V., explizit ausgesprochene und datumsmäßig bestimmt bezeichnete Sperre des Bundes Deutscher Radfahrer gegen das Brüderpaar Lado und Manuel Fumic. Begründet wurde die verhängte Sperre von drei Monaten mit einem angeblichen Dopingvergehen der beiden, genauer eigentlich "Meldevergehen nach dem Anti-Doping-Reglement". Dies hat sowohl in der deutschen Radsportgemeinde, als auch in der breiten medialen Öffentlichkeit für Aufsehen gesorgt.

Die Darstellung des Bundes Deutscher Radfahrer, der für die Lizenzierung von Profi-Radfahrern in Form eines Monopolverbandes zuständig ist, ist in vielen Teilen falsch. Unter dem Begriff eines Dopingvergehens wird aus der Sicht des Durchschnittspublikums weltweit verstanden, dass ein Sportler gedopt hat, d.h., verbotene Substanzen zur Leistungssteigerung eingenommen hat oder die nötigen Tests verweigert oder schuldhaft vereitelt hat.

Dies ist nachweislich bei Lado und Manuel Fumic nicht der Fall. Auf gezielte Nachfrage klärt der Radsportverband dies auch auf, lässt aber die missverständliche Darstellung eines angeblichen Dopingvergehens trotzdem öffentlich im Raum stehen.

Aus diesem Grund, und um nicht einen zusätzlichen Ruf- und Imageschaden als Sportler hinnehmen zu müssen, klären die Brüder den Sachverhalt auf:

'Ich werde seit über 10 Jahren, angekündigt und unangekündigt, im Training und in den Wettkämpfen getestet, das letzte Mal erst am vergangenen Wochenende beim Weltcup-Rennen in Belgien, ebenso mein Bruder Manuel, erst jüngst bei Training des Nationalkaders auf Mallorca', so Lado Fumic. 'Nicht ein einziges Mal in all den Jahren, gab es einen positiven Befund.'

Der heutige Vorwurf eines angeblichen Doping-Vergehens, ist in Wirklichkeit das Ergebnis einer seit Monaten sich anbahnenden Eskalation der Meinungsverschiedenheiten aufgrund der Kritik der Fumic-Brüder an den Normensetzungen und Handlungsweisen der 'Antidoping-Institution' NADA und dem der NADA nahe stehenden Unternehmung PCW, die die Tests im Auftrag der NADA durchführen soll.

Lado und Manuel Fumic haben in keiner Form gedopt, wie man unkritisch aus der Darstellung und Formulierung ableiten kann und was zu einem erheblichen Imageschaden geführt hat. Richtig ist, dass beide, seit längerem die Handlungen der NADA hinsichtlich der Meldungen von Lebensabläufen und der Eingriffe in sonst für jedermann völlig unstreitig geschützte Persönlichkeitsrechte sowie die Handhabung mit datengeschützen Informationen kritisieren.
So fordert die NADA von Sportlern zunächst jeweils für drei Monate im Voraus eine tages- und stundendetailierte Mitteilung des täglichen Lebensablaufes, welches für jeden nachvollziehbar, zumindest bei seriösem Versuch, dem gerecht zu werden, unmöglich ist.

'Ich weiß doch am 1. Januar nicht, ob am 15. März das Wetter gut ist und ich eine Trainingseinheit in Kirchheim einlege oder bei der Massage bin', so ein frustrierter Manuel Fumic. 'Ich weiß das manchmal nicht mal morgens – wenn das Wetter gut ist, fahre ich 80 Kilometer, wenn es anfängt zu regnen breche ich ab. Dann habe ich aber auch kein internetgestütztes Notebook bei mir, um diese Änderung 'im Voraus' nachzumelden.'

Nach bestem Gewissen haben die beiden Mountainbike-Profis, die neben dem Berufssport eine weitere Existenz mit einer Agentur für Marketing & Kommunikation mit mehreren Mitarbeitern aufgebaut haben, ihre - soweit absehbar und ggf. schon vorliegend - geplanten Termine bei der NADA vorgelegt – auch im jetzt monierten Zeitraum, für das IV. Quartal 2007 und das I. Quartal 2008. Diese Vorlagen wurden von der NADA aus administrativen, rein formalen Gründen nicht akzeptiert, welches zu einer Mitteilung an den Verband und einer Empfehlung der dreimonatigen Sperre – zeitgleich mit einer dies betreffenden Verwarnung ausgesprochen - wegen eines angeblichen 'Dopingvergehens' führte.

Mit der medienwirksamen Verwendung des Begriffes des Dopingvergehens wird leichthin in Kauf genommen, dass der Eindruck entsteht, ein tatsächlich schwerwiegendes Doping-Vergehen würde vorliegen. Dass dies nicht zutrifft, belegen die regelmäßigen Tests und laufenden Tests, denen sich beide Brüder aktuell und in all den Jahren gestellt haben. Nie gab es eine Beanstandung!

Dass die von der NADA zur Umsetzung der Tests eingesetzten Mittel teilweise nicht verhältnismäßig sind und auch die NADA selbst keinen angemessenen unabhängigen und rechtsstaatlichen Kontrolle unterliegt, zeigt auch beispielsweise, dass beim Trainingslager auf Mallorca die unter dem allgemeinen Persönlichkeitsrechtsschutz stehenden Testinformationen für einen EPO-Test an mehreren Sportlern schlicht in der Hotelbar herumlagen und für Jedermann einsehbar waren.
Die NADA selbst bezeichnet dies als 'unglücklich', ebenso, dass Sportler beim Abendessen in öffentlichen Lokalen spontan herausgezogen werden, um in Gegenwart zweier Mitarbeiter auf dem öffentlichen WC des Lokales in Gegenwart anderer Lokalgäste Urin-Proben abgeben müssen. Dies wird genauso von den Brüdern angeprangert, wie insbesondere der weiter beispielhaft genannte Umstand, dass eine Lizenz des BDR nur erteilt wird, wenn sich ein Sportler auf einen pauschalen Rechtsverzicht mit seiner Unterschrift einlässt, wozu unter anderem die Aufgabe sämtlicher Rechte an einer abzugebenden Blutprobe gehört, ohne dass dies in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Anti-Dopingkampf stehen würde. Was geschieht mit diesen Proben? Werden sie zu AIDS-Tests, dubiosen Forschungsprojekten oder gar zu DNA-Analysen und Gen-Manipulationen herangezogen? – alles ohne rechtlich zulässige Wissen und Einwilligung der Sportler. Will man das nicht, gibt es schlicht keine Lizenz und damit Berufsverbot für einen Sportler.

'Wir unterstützen den Kampf gegen Doping in unserem konkreten Handeln seit je her und lehnen jegliche Manipulation an und in unserem Sport entschieden ab, wie wir auch das unbedingte Erfordernis anerkennen, dass Kontrollen zur Wahrung der Chancengleichheit im Wettkampf unabdingbar notwendig sind. Die Beachtung rechtsstaatlicher Grundprinzipien und die Wahrung der Verhältnismäßigkeit der Mittel sollte hierbei jedoch eingehalten werden. Die Kontrollen sollten einer gewissen Diskretion in der konkreten Durchführung unterliegen, die auch selbständigen Sportlern in ihrer Lebensführung gerecht wird. Alle Sportler grundsätzlich unter Generalverdacht zu stellen und für Jedermann sonst völlig außer jeder Diskussion stehende Rechte zu ignorieren ist jedoch nicht der richtige Weg zum sauberen Sport. Dies ist nicht das Modell, das einer jungen Generation zum Verständnis von einer menschenfreundlichen und lebenswerten Gesellschaft vorgelebt werden sollte', so beide Radprofis, die gerade mitten in der Olympia-Qualifikation für Peking stehen.

Seit Monaten suchen die beiden Brüder das Gespräch mit dem Bund Deutscher Radfahren und der NADA um Verbesserungen bei den Abläufen einzubringen, in einem Klima der aktuellen Dopinghysterie leider ohne Erfolg. Zur Klärung des Sachverhaltes muss nun der ordentliche Gerichtsweg eingeschlagen werden.

Quellen:
BDR
Fumic.de



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