
Sauser und Stander

Kevin Evans

Pia Sundstedt

Pfitzenmaier und Kraft

Wilson und Platzgummer
Sauser/Stander gewinnen erste Cape-Epic-Etappe
bike2b-Redaktion am 30.03.2008 - 09:18 Uhr
Der junge Südafrikaner Burry Stander bewies am Samstag, dass er mit den besten Fahrern der Welt durchaus mithalten kann, indem er gemeinsam mit seinem Teampartner Christoph Sauser die erste Etappe der renommierten Absa Cape Epic gewann. Mit einem Rückstand von nur 30 Sekunden zwischen dem erst- und zweitplatzierten Team verspricht das diesjährige Rennen bis zur letzten Minute spannend zu werden.
Auftaktsieger führen Feld aus Knysna
Auf der ersten, 123 km langen Etappe von Knysna nach George wurde das 1.200-Personen starke Teilnehmerfeld der Absa Cape Epic von Kevin Evans und David George, Team MTN Energade, den Siegern des Prologs am Freitag angeführt. Die erste der insgesamt acht Etappen forderte den ambitionierten Amateuren und Profiteams aus aller Welt alles ab, da sie gleich zu Beginn ihrer anstrengenden Reise auf zwei Rädern 3.091 Höhenmeter bewältigen mussten.
Start mit atemberaubenden Downhills
Wie in den vergangenen Jahren, war die erste Etappe eine der härtesten des Rennens mit einem Streckenprofil, das gleich mit einem drei Kilometer langen Anstieg mit 7% Steigung am Simola Pass begann. Die Route führte die Mountainbiker durch dichten Urwald in einer der landschaftlich schönsten Gegenden entlang der Garden Route. Steile Anstiege, rutschige Kurven und atemberaubend schnelle Downhills zeichneten die abwechslungsreiche Strecke aus. Die ultimative Herausforderung erwartete die Fahrer jedoch nach Überquerung des Flusses Knysna: der Duiwelse Tande (der siebte Pass an diesem Tag), den sie noch überwinden mussten, bevor sie auf dem Saasveld Campus der Nelson Mandela Metropolitan Universität in George alle viere von sich strecken konnten.
Christoph Sauser und Burry Stander übernehmen Führung
Team Songo.Info mit Christoph Sauser (SUI) und Burry Stander (RSA) überquerte als Erste die Ziellinie. Sie beendeten die erste Etappe in einer Zeit von 4:39:35 Stunden und übernahmen gleichzeitig die Führung in der Gesamtwertung (ihre Zeit beträgt 5:12:05). Der 20-jährige Südafrikaner Burry Stander musste in der ersten Hälfte des Rennens ziemlich kämpfen: "Während der ersten 50 Kilometer habe ich richtig gelitten und angefangen, mir Sorgen zu machen, doch 50 Kilometer vor dem Ziel hatte ich meine Beine wieder und konnte Christoph helfen, die Etappe zu gewinnen." Sauser war sehr beeindruckt von seinem jungen südafrikanischen Partner: "Wir sind begeistert, dass wir die erste Etappe gewonnen und damit das Leadertrikot übernehmen konnten. Wir waren auch etwas überrascht, dass die anderen Topteams heute nicht mithalten konnten."
Sahm von Durchfall geplagt
Karl Platt und Stefan Sahm, Team Bulls, kamen als zweite ins Ziel. Ihre Zeit von 4:40:06 Stunden sicherte ihnen gleichzeitig den zweiten Rang in der Gesamtwertung (5:12:28). Stefan Sahm hatte in der Nacht nach dem Prolog Durchfall bekommen und fühlte sich saft- und kraftlos. "Karl musste heute die ganze Arbeit alleine machen, mir gings einfach hundsmiserabel. Ich musste während der gesamten Etappe kämpfen und er hat mich gezogen. Karl ist wirklich der beste Teampartner den man sich wünschen kann." Und der gibt das Kompliment zurück. "Ich bin sehr stolz auf Stefan, dass er durchgehalten hat und wir uns noch bis auf 30 Sekunden an Songo.info herankämpfen konnten."
Norweger fahren auf das Podium
Die norwegischen Teams Etto Hoydahl 3 und Etto Hoydahl 1 waren lachender Dritter im Kampf der Giganten. Sie fuhren unbeeindruckt vom Kräftemessen der Führungsgruppe ihr eigenes Tempo und überquerten nach 4:44 Stunden gemeinsam die Ziellinie als drittes beziehungsweise viertes Team (4:44:21/ 4:44:43), dicht gefolgt vom Team Alb-Gold Mountainbike mit Hannes Genze und Jochen Käss (4:45:36).
Evans muss sich übergeben
Nach ihrem starken Auftakt und einer mörderischen Attacke, mussten sich die Träger der gelben Leader-Trikots Kevin Evans und David George vom Team MTN Energade geschlagen geben. Nach der zweiten Verpflegungsstelle verließen Kevin Evans von einer Sekunde zur anderen die Kräfte. Er musste sich mehrfach übergeben und, geschwächt von dem Flüssigkeitsverlust, auf den letzten 30 Kilometern von seinem Partner ins Ziel ziehen lassen, wo ihn Rennarzt Basil Bonner gleich an einen Tropf legte.
An manchen Tagen bist du der Hammer, an anderen der Nagel
Pia Sundstedt (FIN) und Alison Sydor (CAN), Team Rocky Mountain, siegten in der Damenkategorie in einer Zeit von 5:44:07 Stunden und übernahmen die Führung mit einer Gesamtzeit von 6:27:37. Fabienne Heinzmann (SUI) und Katrin Schwing (GER), Team Dolphin-Trek MTB Racing folgten mit einem Rückstand von zehn Minuten (5:54:20, Gesamtzeit 6:39:04). Die führenden Damen nach dem Prolog, Susan Haywood (USA) and Jennifer Smith (USA) of Trek/VW WSD, beendeten die Etappe als Dritte (6:03:55, Gesamtzeit 6:46:46). Für Pia Sundstedt war es der schlimmste Tag, den sie je auf dem Bike hatte. "Nun ja, die gute Nachricht ist, es kann nicht mehr schlimmer werden", sagte sie lachend. Und Alison Sydor, die sich heute sehr gut fühlte, fügte hinzu: "Um es mit einem französischen Sprichwort zu sagen, an manchen Tagen bist du der Hammer, an anderen der Nagel. Das einzige worauf es ankommt, ist das wir gemeinsam diese Ziellinie überqueren und zwar so effizient wie möglich. Die Absa Cape Epic ist nichts für Einzelgänger oder Egoisten, hier geht es um Teamspirit. Und ich habe ehrlich gesagt noch kein Teametappenrennen gesehen, wo die Teams gleich am ersten Tag so gut zusammen gearbeitet haben und füreinander da waren."
Bienenstich kann führendes Mixed Team nicht aufhalten
Das führende Mixed-Team Joybike Guided by VMT and Maloja mit Ivonne Kraft (GER) and Nico Pfitzenmaier (GER) war durch nichts aufzuhalten. Sie erreichten nach 5:46:30 Stunden das Ziel und fuhren einen Vorsprung von zehn Minuten in der Gesamtwertung heraus (6:26:45). Der zweite Rang ging an X.O Felt Swiss 5:54:10 (Gesamtzeit 6:36:43), gefolgt von Team Novatec – Ck Mtb Dohnany (5:56:50, Gesamtzeit 6:38:27). Nico Pfitzenmaier geriet während der Etappe in einen Bienenschwarm. "Morgen werde ich wahrscheinlich mit einem geschwollenen Gesicht herum rennen", sagte er, "denn ich bin allergisch gegen Bienenstiche. Auf einmal kam eine dunkle Wolke auf mich zu. Ich habe erst in letzter Sekunde gemerkt, dass es Bienenschwarm ist und mich geduckt, doch da waren sie schon in meinem Helm und eine Biene hat mich ins Kinn gestochen. Danach hatte ich etwas Probleme mit meinem Kreislauf. Ich brüte schon seit einer Woche etwas aus und das habe ich heute auch auf dem Rad gespürt, deshalb wollte ich es nicht übertreiben. Aber ich freue mich riesig, dass es gereicht hat und wir das grüne Leader-Trikot weiter tragen dürfen." Ivonne Kraft schwärmte von der Route. "Die hat wirklich alles beinhaltet, was man sich als Mountainbiker wünscht. Traumhafte Panoramen, tolle, abwechslungsreiche und technische Trails, einfach genial." Nach den ersten 60 Kilometern hatte Kraft jedoch mit Krämpfen zu kämpfen. "Ich hatte meine Wasserflasche verloren, und so hatten wir für rund zehn Kilometer kein Wasser mehr. Das habe ich dann in den Beinen gespürt. Aber es ist ja noch mal alles gut gegangen."
Kopiertes Gelände fordert mehrfachen Transalp-Champion
Team Absa Masters mit Doug Brown (RSA) und Barti Bucher (SUI) gewann die erste Etappe in einer Zeit von 5:06:29 Stunden und übernahm damit die Führung in der Gesamtwertung (5:43:45). Zweite wurden die Sieger des Prologs, Shan Wilson (RSA) und Walter Platzgummer (ITA) vom Team adidas William Simpson (5:08:07, Gesamtzeit 5:44:31). Team Pragma Masters, M.C. Franken (RSA) und Peter Buggle (IRL), erreichten als drittes Masters Team das Ziel in einer Zeit von 5:34:08 (Gesamtzeit 06:12:38). Platzgummer, der europäische Etappenrennen gewöhnt ist, empfindet die Absa Cape Epic als sehr hartes Rennen. "Die Strecken sind ganz anders als in Europa – nicht so steil, aber dar Gelände ist sehr kopiert und anspruchsvoll mit spitzen Steinen, Geröll, und Matsch. Und dann ist da natürlich die Hitze. Die Strecke ist toll für junge Fahrer, die sich schnell erholen, aber wenn Du mal über 45 Jahre alt bist, dann ist es hart. Wir lagen zwischenzeitlich mal drei bis vier Minuten in Führung, aber die Absa Masters sind in einer Gruppe gefahren und wir waren alleine. Und wenn du alleine fährst, kannst du die Geschwindigkeit so schlecht einschätzen. Sie haben uns bei Kilometer 90 eingeholt und wir konnten nicht an ihnen dran bleiben. Aber es liegen ja noch sieben Tage vor uns. Wir konzentrieren uns auf die nächsten Etappen."
Härteste Etappe in der Geschichte der Absa Cape Epic
Die zweite Etappe der Absa Cape Epic presented by adidas führt die Mountainbiker von George nach Calitzdorp. Die 137 Kilometer lange Strecke mit insgesamt 2.518 Höhenmetern ist die härteste in der Geschichte des Rennens. Die Strecke führt durch die heiße Karoo und über mehre anspruchsvolle Pässe. Fahrer die am Samstag Probleme hatten, werden am heutigen Sonntag erst recht leiden müssen. Die erste Herausforderung des Tages ist der Montague Pass, eine 9 km lange Schotterstraße mit einem durchschnittlichen Anstieg von 8%. Nach einer Fahrt über schöne Singltrails durch das Chandelier Game Reserve steht den Teams die größte Hürde des Tages bevor: der Gamkaberg alias Breakback Mountain. Der Anstieg führt die Fahrer auf 1.100 m und hat eine Steigung von 18% an der steilsten Stelle.
Quelle:
PM Planet Talk
Zurück