
Sabine Spitz ist WELTMEISTERIN

Gold - "Bine"

Siegerehrung Damen: v.l.n.r. Sydor, Spitz, Kalentieva

Siegerehrung Damen: v.l.n.r. Sydor, Spitz, Kalentieva

Sabine Spitz bei der Zieleinfahrt

Sabine Spitz siegt bei der WM

Sabine auf dem Monte Tamaro, Start/Ziel der WM Strecke im Tal links
WM-Gold für Sabine Spitz
bike2b-Redaktion am 08.09.2003 - 10:27 Uhr
Bei der Cross-Country-Weltmeisterschaft in Lugano (Schweiz) gewann Sabine Spitz (Murg-Niederhof) den Weltmeisteritel. Nach 36,9 Kilometern siegte sie mit 16 Sekunden Vorsprung auf die kanadische Favoritin Alison Sydor und 1:59 Minuten vor Irina Kalentieva (Russland). Weitere 59 Sekunden dahinter wurde Ivonne Kraft (Gaggenau) Vierte. Es war das erste Regenbogentrikot in der Geschichte der Mountainbike-Weltmeisterschaften für einen deutschen Sportler. "Wahnsinn. Das ist absoluter Wahnsinn". Sabine Spitz war völlig überwältigt von ihrem Sieg. Sie hatte über die gesamte Distanz ein sehr kontrolliertes Rennen gefahren und auf ihre Chance gewartet.
Kontrolliertes Rennen von hinten heraus:
Als die Spanierin Marga Fullana und die Kanadierin Alison Sydor die Führung übernahmen, blieb sie ruhig und versuchte auf Sicherheit zu fahren. "Ich wollte den Abstand nicht zu groß werden lassen. Aber wenn du zu dicht aufgefahren bist, dann konntest du in den technischen Passagen in einen Sturz verwickelt werden", erzählte Spitz von ihrer Taktik. Fullana fiel mit einem technischen Defekt zurück und Sydor fuhr mit etwa 15 Sekunden Abstand auf die Verfolgerinnen an der Spitze weiter. Sabine Spitz ging in der dritten von sechs Runden an Irina Kalentieva vorbei, blieb aber im sicheren Abstand von bis zu 30 Sekunden hinter Alison Sydor.
Die Stunde der Deutschen:
Nachdem auch Sydor nicht mehr flüssig treten konnte, schlug die Stunde von Spitz. "Da habe ich einfach einen Gang stehen lassen und am höchsten Punkt war ich an ihr dran", schilderte sie die Situation. Alison Sydor, dreifache Weltmeisterin aus den Neunziger Jahren, musste in einer technischen Bergaufpassage kurz vom Rad, so dass sich die Südbadenerin absetzen konnte. Sie vergrößerte ihren Vorsprung schnell auf 20 Sekunden. Doch dann musste sie selbst zweimal vom Rad, blieb einmal in einem Absperrband hängen und Sydor kam wieder bis auf vier Sekunden heran.
Kanadierin bei der Schlussoffensive ohne Kraft:
"Ich habe noch einmal eine Chance gewittert und eine Schippe drauf gelegt. Dabei habe ich aber technische Fehler gemacht", erklärte Sydor. "Da bin ich natürlich nervös geworden aber ich konnte mich wieder konzentrieren. Auf einer Flachpassage bin ich dann wieder weg gefahren", bemerkte Sabine Spitz aus ihrer Perspektive. Damit war die Geschichte des Rennens erzählt. Die Kanadierin hatte nicht mehr die Kraft und Sabine Spitz rollte zum ersten Weltmeistertitel für die deutschen Mountainbiker überhaupt.
Die Mitkonkurrentinnen halfen mit:
Die favorisierte Titelverteidigerin Gunn-Rita Dahle (Norwegen) hatte nach zwei Plattfüßen keine Chance mehr und die Schweizerin Barbara Blatter musste nach einem Sturz aufgeben. Dagegen rundeten Ivonne Kraft (Gaggenau) mit Platz vier und Nina Göhl (Argenbühl) auf Rang elf die hervorragende Bilanz der deutschen Equipe ab. Ivonne Kraft hatte versucht, sich auf den ersten zwei Runden in den Dienst von Spitz zu stellen und hatte sich vor sie gespannt. "Ich freue mich darüber, dass wir zusammen arbeiten konnten. Ich selbst hatte irgendwann mit Krämpfen zu tun, bin aber froh über den vierten Platz".
Die Nationenwertung:
Trotz des großen Erfolges von Sabine Spitz blieb die deutsche Equippe mit dreimal Bronze, dreimal Silber und einmal Gold in der Nationenwertung mit Rang sieben hinter den eigenen Erwartungen zurück. Als großer Gewinner der diesjährigrn Weltmeisterschaft dürfen sich die Franzosen betrachten. Mit insgesamt 18 Medaillen (davon fünfmal Gold) dürfen sie, gefolgt von den Schweizern auf Platz zwei und Polen auf Rang drei, hoch zufrieden nach Hause fahren.
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