Specials Eventspecials 2008 Vaude Trans Schwarzwald

Katrin Schwing

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"Bin froh, dass es vorbei ist!" - Kurze Info über mein körperliches Befinden

Katrin Schwing am 18.08.2008 - 11:56 Uhr

Also beim Trans Schwarzwald war es für mich voll schlimm und ich bin froh, dass es vorbei ist...

1. Tag:
Da ging null, da ich die totale Null-Power in den Beinen hatte. Vorm Start lag eine Ruhewoche nach der TransAlp und dem Ischgl Ironbike. Am Ende reichte es aber noch zu Platz drei.

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2. Tag:
Mist! Ich habe mir in der Führungsgruppe voll den Reifen beim Berghochfahren aufgeschlitzt und dann kam der erste schwere Sturz. Es hat mich voll überschlagen: Ich bin über Kopf vom Bike und voll mit Kopf, Knie, Schulter, Ellbogen und Handgelenkschaden weiter gefahren. Em Ende wieder Rang drei, aber alles tat weh..... und der Alex, unser Physio, hatte gleich viel mit mir zu tun: Tapen und Pflegen.

3. Tag:
Dauerregen und dann das... Bremsen defekt! Ich konnte im Dauerregen nicht mehr bremsen. Die Downhills musste ich alle rennen. Marcel Reiser, mein treuer Partner, musste dann mit meinem Bike fahren und ich mit seinem, aber das war auch nicht besser, da ich rechts vorne bremse und er eben, wie fast alle, links vorne. Mich hat es dann gleich wieder hingehauen und ein Ast hat mir auf den Mund gehauen. Dann bin ich alle Downhills eben gerannt. Wir kamen aber immer noch auf Platz zwei ins Ziel - ein Wunder bei dem Pech!

4. Tag:
Ich kann es kaum glauben... Wie ein wunderschöner Traum: Alles lief mal gut - Platz eins! Endlich ist einmal nichts passiert, aber ich traute dem Frieden nicht. Es ist erst alles gut, wenn ich im Ziel sein würde und dazu fehlten noch drei Tage. Da hätte ja noch viel passieren können und derzeit ziehe ich das Pech irgendwie magisch an, vor allem bei Rundfahrten dieses Jahr. Wie beim Cape Epic, als Fabienne aufhören musste, weil sie täglich in einem Massensturz verwickelt war und bei der TransAlp, bei der Fabienne auch aufhören musste, da sie schwer krank geworden ist. Also im Ziel waren wir noch lange nicht!

5. Tag:
Anfangs lief alles top, wir waren in der Spitzengruppe mit den Mixed-Führenden Bianca Knöpfle und ihrem Bruder und gute Beine hatte ich auch, aber dann... Dann hat mich Mario Thoma (SKS Teamchef) bei Kilometer 20 circa mit so 70 km/h von hinten umgefahren... Ohne Vorwarnung in mich rein in einer Wiesenabfahrt mit so Schotterrillen. Ich bin so zwei Meter in die Luft geflogen und dann voll auf so eine Kannte geknallt. Zwei andere Fahrer sind dann noch auf mich geflogen und ich vorher schon voll auf Becken und Kopf. Ich habe gedacht, ich bin tot. Ich konnte mich erst nicht bewegen, die Beine... Dann erst einmal nur Schmerzen, die ich bis heute immer noch spüre. Rücken, Hüfte bis ins Bein runter und Halswirbel total verdreht, hatte ständig Schwindel... hatte Angst... ging noch zum Doc.

Was war noch:
Alles offen und überall Hämatome... Ich konnte mich null bewegen danach und weiß nicht, wie ich ins Ziel kam. Ich wollte nur ins Bett. Ein Glück hatte Alex goldene Heilerhände und diese tollen Kynesio Tapes, er hat mich vier Stunden behandelt und musste mir ständig Eis zum Kühlen bringen und mir sogar meine Hose anziehen. Danke Alex!

Aber die Nacht war der Horror:
Ich konnte nicht schlafen und hatte nur Schmerzen, wie nach einer OP. Erst so morgens gegen Sieben ging es mal etwas besser mit den Schmerzen und ich konnte am nächsten Morgen sehr gut zum Frühstück humpeln.

6. Tag:
Zum Glück war erst um 11.00 Uhr Start. Da konnte ich von Alex noch etwas den Körper pflegen lassen und mich eintapen lassen. Aber dieser Mistregen. Mein Ziel für die sechste Etappe: nur bis ins Ziel Überleben! Und wir konnten noch Platz drei machen - das hätte ich nie gedacht. Das hatte ich auch Marcel Reiser zu verdanken, der jetzt auch richtig schuften musste. Ja, er musste mich teilweise schieben und immer vorne fahren, sonst hätte ich das nie geschafft. Merci Marcel, ein wirklich toller Teamparner bist du!

Die Nacht danach:
Nachts habe ich trotz Schmerzmittel wieder vor Schmerzen überhaupt nicht geschlafen.

7. Tag und letze Etappe:
Endlich... Am siebten Tag wollte ich nur eins: Auch nur noch überleben und mich mit meinen Schmerzen ins Ziel retten. Platz zwei! Irre, wir haben es geschafft, kein Traum, es ist vorbei, ein Glück!

Danke an alle Helfer:
Alex, der Physio, der mich immer wieder zusammengeflickt hat, morgens und abends
Tobi, dem Mechaniker, der mein Bike gemacht hat.
Sabine, die gute Seele, die meine Tasche immer ins Zimmer gestellt hat.
Daniel, dem Trainer, der mir immer Flaschen gegeben hat und alles organisiert hatte.
Danke auch an den Vaude-Teamchef, dass sie mich asl Gastfahrerin so nett in ihr Team aufgenommen haben.
Das größte und fetteste Merci an Marcel Reiser, meinem Partner, der immer gesagt hat "keinen Stress", aber immer volle Pulle bis ins Ziel gefahren ist.

Und heute:
Immer noch habe ich nur Schmerzen und keine Ahnung, wie ich das überlebt habe. Es war mein schlimmstes Etappenrennen, seit dem ich bike. Das ist kein Scherz.

Welchen Namen ich dem Kind gebe:
Tour des Pechs, der Stürze und der Schmerzen und Qualen, so heißt bei mir der Trans Schwarzwald.

Und jetzt?
Ich mache jetzt erst einmal Pause!

Aber da war noch was:
Noch der Schock beim Bike-Einladen: Der Rahmen war nach dem Crash vorne gerissen und es war nur Glück, dass es noch die letzten zwei Etappen gehalten hat. Das hätte böse enden können. Also macht es gut und noch einen lieben Gruß an die Lisa, der kleine süße Fan aus Hamburg. Vergesse nicht das Foto zu mailen. Stelle dich dann auf meine Homepage.

Eure Katrin


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