Specials Eventspecials 2008 Trans Germany

Sydor und Sundstedt

5. Etappe: Die Langeweile steigt

Pia Sundstedt am 05.06.2008 - 19:38 Uhr

Die Sonne begrüsste uns heute morgen zum Start der fünften Etappe der Trans Germany. Ich fühle mich sehr gut im Moment, obwohl wir ja schon einige Zeit unterwegs sind. Ich genieße es richtig, so ein bisschen quer durch Deutschland zu fahren. Alison ist da ganz anderer Meinung, für sie ist es sehr hart jeden Tag. Aber ein Champion gibt nie auf und sie kämpft jeden Tag.

Der Blick geht schon voraus
Sie hat seit dem Cape Epic viel Zeit mit der Renovierung ihres Hauses in Vancouver verbracht und nicht so viel trainiert, deshalb ist ihre Form auch nicht so gut. Wir richten unser Tempo nach ihr und ich kann ja leider auch nicht viel machen, um ihr zu helfen. Noch zwei Tage Rennen und dann wird es ernst in Sachen Vorbereitung auf die nächsten Events. Ich habe schon mit meinem Trainer Tom Andtbacka diskutiert, wie man es am besten nach einem solchen Rennen und der anstehenden Europameisterschaft macht. Ich muss mich natürlich etwas erholen von dieser Tour, aber eben auch nicht zu wenig machen. Na ja, zuerst muss ich erst einmal die nächsten zwei Tage heil überstehen.

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Ab Kilometer zehn wird es langweilig
Der heutige Tag war sehr langweilig. Die Etappe wollte einfach nicht zu Ende gehen. Die ersten 10 km haben Spaß gemacht, ich plauderte ein wenig mit Michael Greis, als er vorbeikam, aber bei Kilometer 20 war ich endgültig gelangweilt. Bei Kilometer 60 kamen wir über die ehemalige Zonengrenze nach Ostdeutschland. Bei der Verpflegungsstelle waren viele Kinder zum Anfeuern da, das hat mich noch einmal motiviert. Bei Kilometer 85 gab es einen Downhill, der eigentlich nicht besonders schlimm aussah, ich war etwas unsicher, stürzte fast und ging in die Bremsen, um mein Rad unter Kontrolle zu bekommen. Einige Meter weiter sah ich auf einmal meine Teamkollegen Daniel Gathof und Carsten Bresser den Hang herunterlaufen, Daniel schob beide Fahrräder und Carsten hielt sich die Schulter. Er hatte sich genau an der gleichen Stelle, wo ich fast stürzte, das Schlüsselbein gebrochen. Ich hielt kurz an und schaute nach, ob er ok war.

Tandem wieder sehr stark
Kurz danach kam aber schon die Polizei und die Ambulanz und transportierten ihn ab. Also konnte ich nichts weiter tun und fuhr hinter Alison her, die schon weitergefahren war. Später erfuhren wir, dass sich an der gleichen Stelle noch drei weitere Fahrer die Schlüsselbeine gebrochen hatten... Die letzten 5 km waren ziemlich hügelig und das Tandem kam an uns vorbei. Die waren wieder sehr stark heute! Sonst ist eigentlich nichts passiert und es war langweilig. Kein wirklich positiver Tag, meine Teamkollegen Carsten und Daniel mussten aufgeben...

Noch zweimal 80 km
Noch zwei Tage mit jeweils 80-km-Etappen und dann geht es zurück nach Hause. Thomas und Martin führen immer noch in der Männer-Kategorie. Wir hoffen, dass die Siegerehrung am Samstag etwas früher sein wird, denn viele der Top-Fahrer wollen noch nach Hause fahren, da ja am nächsten Wochenende die EM ansteht. Thomas Dietsch und ich haben ja 700 km zu fahren nach Freiburg und Ingersheim, in den Südwesten Deutschlands beziehungsweise den Nordosten Frankreichs. Zum Glück bringt mein Nissan Pathfinder uns sicher ans Ziel. Nur leider muss auch einer von uns hinter dem Steuer sitzen...


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