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Ispo summer 06 – starker Trend zu kinderspezifischen Produkten und Kollektionen

2b-Sportredaktion am 12.07.2006 - 13:11 Uhr

In einer Zeit, in der sich ein demographischer Wandel vollzieht, Kinder immer rarer werden und ihr Fernblieben bald wirtschaftliche Engpässe zur Folge haben wird, kommt die Branche auf die kleinen Trendsetter. Industrie, Vereine, Medien, Handel und vor allem die Politik entdecken die Kleinen. Sie hüten und behüten sie, Gesetze sollen für mehr Nachwuchs sorgen. Konzepte, Aktionen und letztendlich auch immer mehr Produkte, die speziell auf ihre Bedürfnisse maßgeschneidert sind, sollen den Markt in Bewegung bringen. Allerorten eröffnen neue Kinderläden, alteingesessene Stores frischen ihre Sortimente auf und strukturieren um. Da allerdings der Markt immer kleiner wird, werden sich in Zukunft um ihn auch immer mehr Marken reißen.

Kindermarkt mit großem Potential – erste Kids´ Zone auf der ispo summer 06
Auch die Sportindustrie hat Kinder als Kunden erkannt. Die ispo summer 06, die vom 16. bis 18. Juli 2006 auf dem Gelände der Neuen Messe München stattfindet, wird mit der Kids´ Zone, der ersten eigenen Plattform für kinderspezifische Kollektionen und Produkte, dieser Marktentwicklung gerecht. Mehr Brands denn je, die ihr Geschäft bislang mit Erwachsenen-Kollektionen gemacht haben, widmen sich jetzt auch den Bedürfnissen der Kleinen, verbreitern so ihr Markenportfolio. Mit dem Ziel: Neue Generationen an die eigene Marke zu binden. Immerhin sehen sie in ihnen teilweise sogar ein großes Potential, werden mit vergrößerten und verfeinerten Kollektionen zunehmend professioneller. Schließlich steigen auch bei den Newcomern schnell die Ansprüche – ähnlich wie im Erwachsenenbereich.

Ergonomisch kindgerechtes Sport-Equipment
Nordic Walking wird etwa zum Abenteuer für Kinder und erfordert ergonomische Stöcke und Schuhe; Wander- und Kletter-Kids bekommen ausgereifte Tools für die kleinen Körper. Tennisrackets, Surf- und Skateboards, Inline-Skates, Sport- und Wanderschuhe, aber auch modische Sneaker und bequeme Outdoor-Sandalen – die Marken sind immer mehr auf dem Weg von abgespeckten Erwachsenen-Versionen hin zu eigens für kleinere Ergonomien entwickelten, funktionierenden und sinnvollen Produkten.

Kidsmode boomt: mehr günstige Qualität, aber auch teure Lifestyle-Mode
Vor allem in Sachen Mode wollen zunehmend mehr Brands mit Kidswear die Kleinen ganz groß raus bringen – auch in Sachen Funktion. So stehen ab 2007 immer mehr eigene Kollektionen zur Verfügung mit der Prämisse, das zu bieten, was auch Erwachsene bekommen: hochfunktionelle, schützende und dabei gut aussehende Ausrüstung. Denn bisher war es tatsächlich schwer, Produkte für Kinder zu finden, die auch tatsächlich qualitativ hochwertig sind. Und so wird das Argument "Hauptsache billig, da die Kleinen ja bald wieder raus wachsen" in wirtschaftlich wenig rosigen Zeiten ernst genommen: Viele Anbieter bringen hohe Funktion zu fairen Preisen. Andererseits boomt auch der hochpreisige Sektor speziell in der Kindermode: Da immer mehr Eltern heute zunehmend Wert auf Lifestyle legen, kaufen sie den Kindern Marken, in denen sie sich selbst wohl fühlen. Stimmt dann noch der Kidswear-Style sind sie oft genug bereit, einen hohen Preis in Kauf zu nehmen.

Trendbewusstsein schon in jungen Jahren
Immer mehr wird sowohl in unteren bis oberen Preisklassen klar: Schon Jungs mit acht Jahren oder gar früher möchten cool wie die Älteren aussehen, keinesfalls wie ihre kleineren Geschwister. Mädchen lieben es, sich feminin und modisch zu kleiden und orientieren sich an den Trends der Großen. "Peergroup-Education" heißt das Phänomen in der Psychologie. Das Potenzial ist bei Industrie und Handel bekannt und soll zukünftig auch ernsthaft umgesetzt werden. Die Herausforderung dabei? Kids am Übergang von der Kindheit in das Erwachsensein abzuholen und zu begleiten. Eine Ideologie, die mehr und mehr über den Sport und den Lifestyle transferiert wird.

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Funktionelle Details speziell für Kinder
So erweitern viele Hersteller ihr Angebot, bringen Bekleidung und Schuhe in kindgerechten Schnitten und Materialien, die ziemlich belastbar sind, die mehr Schmutz, Abrieb, Nässe, Kälte abblocken und reißfester sind als manches Erwachsenenprodukt. So kommen in Zukunft oft nicht nur dieselben qualitativ hochwertigen Materialien wie für Erwachsene zum Einsatz, sondern zeigen zusätzliche Verstärkungen, extra Nähte oder aber Details wie Reflex- und Leuchtstreifen, abzippbare Ärmel und Hosenbeine, einfach bedienbare Klettverschlüsse bis hin zu Clips für Handy oder iPods mit Kopfhörerausgang. Immer funktioneller wird es etwa bei Shirts, Caps und Shorts mit UV-Schutz, mit neuen, leichten Materialien, die schnell trocknen und luftig sind. Wohlfühlen ist angesagt mit soften und leichten Sweat- und Jerseymaterialien, luftiger Popeline, leichtem Canvas und Denim, dazu kühlender Crinkle und Seersucker. Und auch Unterwäsche und Socken bekommen Klima regulierende, hochelastische Materialien bis hin zu Schweißpannels und ergonomischen Schnitten.

Süß ist langsam ‚out’
Rosarote Zeiten sind vorbei, süß ist nicht mehr ‚in’. Zwar bleibt das süße Baby-Image noch bei den Allerkleinsten, doch spätestens ab dem Kindergartenalter sind lässigere Designs und Marken angesagt. Und ab dem Schulalter wollen Buben und Mädchen aussehen wie Jugendliche und coole Große. So werden auch 2007 Fünfjährige und aufwärts mit punkrockigen Stilelementen wie Camouflage und Totenköpfen, wenn auch als Light-Variante, bedient und treffen den Nerv der Minis. Angesagte Stilelemente sind etwa psychedelische Prints mit Vögeln, Totenköpfen und Blumen, dazu kommt eine erdige, kalifornische Rock’n Roll-Thematik. Camouflagedessins werden in witzigen Farben und verfremdeten Motiven interpretiert, wie z.B. Logovariationen. Damit keine Langeweile aufkommt wird temperamentvoll mit Streifen, Karos, Tupfen und Hibiskusblüten gemixt und gematcht. Colourblockings bis hin zu asymmetrischen Farbteilungen zeigen dabei etwa unterschiedliche Hosenbeine und schräge Optiken. Hingucker sind verbleichte Fotoprints von Strandlandschaften oder klassische Dessins wie Palmblätter, Hibiskusblüten und Hawaiischriftzüge. Denn vor allem die Surfbrands sind es, die den kalifornischen, kultigen Lifestyle auch in Kids- und Youth-Lines umsetzen. Im Kommen sind sportive Looks wie Board- bis Walkshorts in unterschiedlichen Längen und Weiten, auch knapp und kurz für Girls oder knielang für beide.
Daneben zeigen sich immer mehr urbane Looks wie coole Street- und modische Girliewear: Bei T-Shirts, Longsleeves, Hoodies, und Sweater dreht sich alles um Artwork, um witzige Motive, aufwändige Kombinationen von Prints, Applikationen und Stickereien. Populäre Motive sind Schmetterlinge, Vögel, Adler oder Eidechsen in unkonventioneller Platzierung.

Erwachsenen-Looks für Minis
Dabei müssen die neuen Styles mit Streetwear-Attitude auch dem strengen Auge der Eltern standhalten. Schließlich hat die Industrie erkannt, dass die Downtaker, also Erwachsenenmodelle in Miniaturausgabe, am besten laufen. So bringen amerikanische und afrikanische Folklore ethnische Elemente ins Spiel, zeigen sich für Mädchen mit Zipfel- und Volantröcken, mit asymmetrischen Säumen. Durch Überlängen etwa bei Tunika-, Kaftan- und Kimonoschnitten verfließen die Grenzen zwischen Oberteilen und Kleidern. Aufgepeppt wird all das mit verspielten Accessoires. Boys zeigen sich immer mehr in Clubsport-Optik, ziehen Polos (in two-in-one-Optiken), Pullis und Shorts mit Rautenmuster, Pullunder bis hin zu formellen Hemden über lässigen T-Shirts an. Darüber hinaus wird urbane Streetwear weiterhin mit ‚Skate-Flavour’ interpretiert. Und auch Anklänge an den Grunge-Stil der späten 80ies werden laut. Ideale Kombinationsteile für alle Looks sind military-inspirierte Jacken und Hosen - in Erinnerung an die Eighties. Und auch Denim wird wieder zum Must. Angesagter Jeans-Look für Mädchen? Jeans zu superkurzen Sweatshirts und -jacken, im Lagenlook über lange Tops gezogen; Jungens tragen Slim-Fits tief auf der Hüfte.

Körpernahe Schnitte
Und noch etwas wird immer sichtbarer: Cool soll der Look sein und körperbetont oder zumindest –nah. Das gilt auch für die Surfwear, die für bequeme und komfortable Schnitte bekannt ist: Baggy und relaxed Fits werden knapper geschnitten und Slim-Fits kommen mit Elasthan-Anteil hauteng.



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